Leidgeplagte wissen wovon ich spreche: der Bauch zwickt, man fühlt sich unwohl und kommt nicht mehr runter vom “ stillen Örtchen“ – Durchfall. Gerade unter Chemotherapie oder nach Einnahme von Medikamenten spielt das Verdauungssystem oftmals verrückt. Manch ein Betroffener traut sich gar nicht mehr aus dem Haus. Schließlich kann es jeden Moment wieder losgehen und was, wenn dann keine rettende Toilette in der Nähe ist? Im Folgenden habe ich daher ein paar Tipps zusammen gestellt, die anderen Patienten gut geholfen haben.

Ganz wichtig: viel trinken!

Wer unter Durchfällen leidet sollte über den ganzen Tag verteilt regelmäßig trinken. So können Flüssigkeitsverluste wieder ersetzt werden. Bis zu drei Liter täglich sollten es nach Möglichkeit sein. Tipp: Einfach nach jedem Stuhlgang ein Glas trinken. Am besten geeignet ist dabei Wasser ohne Kohlensäure, aber auch Kräutertee (Fenchel, Kümmel, Anis) oder verdünnte, säurearme Fruchtsaftschorlen, zum Beispiel von Pfirsich oder Birne. Darauf achten, dass die Getränke nicht zu kalt, aber auch nicht zu heiß sind. Am Besten bei Zimmertemperatur oder leicht erwärmt bis 30 Grad genießen.

Da bei Durchfall meist gleichzeitig Körpersalze verloren gehen, ist es sinnvoll, auch auf Salzersatz zu achten. Zum Beispiel ist eine leckere klare Brühe bestens geeignet, um den Elektrolythaushalt im Körper zu stabilisieren. Auch Salzgebäck wie Salzstangen, Salzbrezeln oder Cracker können hier zum Einsatz kommen. Was die wenigsten wissen: Die Salzaufnahme im Darm kann durch die gleichzeitige Zufuhr von Zucker, zum Beispiel durch eine Tasse gesüßten Tee, verbessert werden. Also auch Mamas Tipp mit der Cola und Salzstangen macht durchaus Sinn. Nur bitte eine kohlensäurearme (also gequirlte) Cola trinken.

Durchfall: Was kann helfen?

Wenn der Durchfall quält können manchmal kleine Ernährungstricks zur Besserung beitragen. Da die Verträglichkeit der genannten Tipps von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein kann, sollten die Vorschläge einzeln und nacheinander ausprobiert werden. Was dem Einen hilft, kann einem Anderen eher schaden.

Und ganz wichtig: Über alle Nebenwirkungen unbedingt mit dem Arzt sprechen. Nur wenn das Behandlungsteam Bescheid weiß, kann auch gegen die unerwünschten Wirkungen vorgegangen werden!

So, aber hier nun meine Tipps:

  • Anstatt drei Hauptmahlzeiten lieber mehrmals täglich kleinere Portionen essen.
  • Schonende Kost, also reizarme, schwach gewürzte und milde Speisen, wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Toast, Haferflocken bevorzugen.
  • Günstig zur Darmberuhigung sind pürierte Bananen, geriebene ungeschälte Äpfel oder gekochte Karotten.
  • Vorsicht bei:
    • sehr kalten und sehr heißen Speisen,
    • stark sauren oder scharfen Lebensmitteln oder Gerichten,
    • Fettreichem und Frittiertem,
    • Früchten und Fruchtsäften in großen Mengen, sowie
    • Kohl, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und anderen blähenden Lebensmitteln.
  • Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Maltit, Xylit etc. die häufig in zuckerfreien Produkten wie Joghurts, Bonbons usw. enthalten sind besser meiden. Diese können abführend wirken und den Durchfall verstärken.
  • Soweit wie möglich auf Alkohol, Kaffee und Milchprodukte verzichten. Eine Ausnahme sind Joghurts mit lebenden Milchsäurebakterien (Naturjoghurt oder probiotische Produkte). Diese können in geringen Mengen sogar lindernd wirken. Vorsicht: Die in sogenannten „prebiotischen“ Joghurts zur Darmregulierung enthaltenen Ballaststoffe können dagegen  möglicherweise zusätzlich abführend wirken.
  • Darmberuhigend wirken die folgenden pflanzlichen Produkte:
    • Getrocknete Heidelbeeren oder schwarze Johannisbeeren zum Kauen, als Tee oder Saft. (Vorsicht bei frischen Beeren: diese können abführend wirken.),
    • Kakao (als Getränk oder Kakaosuppe),
    • Schwarzer oder grüner Tee,
    • Blutwurz in Form von Tinkturen oder Extrakten.
  • Quell- und Ballaststoffe (wie Guar oder Flohsamen) werden oftmals zur Linderung von Durchfällen empfohlen. Wenn gleichzeitig Medikamente eingenommen werden ist dabei jedoch Vorsicht geboten. Die Quellstoffe können die Wirkung von Krebsmedikamenten vermindern. Daher vor einer Einnahme unbedingt mit dem Arzt sprechen.

So, das wäre es von meiner Seite. Fehlt noch was in meiner Liste? Hast Du noch einen tollen „Geheimtipp“ der Dir bei Durchfällen immer hilft? Dann nichts wie her damit. DANKE!