Wer in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter viele Ballaststoffe aus Obst, Gemüse und anderen Lebensmitteln zu sich nimmt, könnte so ein späteres Brustkrebsrisiko verringern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie im Rahmen der Nurses Health Study II, die nun in der amerikanischen Zeitschrift Pediatrics veröffentlicht wurde.

An der Studie nahmen rund 90.000 Krankenschwestern, im Alter von 25 bis 42 Jahren teil. Bereits 1991 wurden die Frauen mittels Fragebögen zu ihrer Ernährung und anderen Lebensgewohnheiten befragt. Die Hälfte der ursprünglichen Teilnehmer, gab 1998, weitere Informationen zu den Ernährungsgewohnheiten während der Pubertät und High-School-Zeit an. Diese Daten wurden nun von Wissenschaftlern der T.H. Chan School of Public Health in Boston, USA ausgewertet.

Höhere Ballaststoffaufnahme ist assoziiert mit geringerem Brustkrebsrisiko

Bei den Frauen, die im Teenager- und jungen Erwachsenenalter vermehrt  Ballaststoffe zu sich nahmen, zeigte sich ein um 12 bis 19 Prozent verringertes Risiko im Laufe ihres späteren Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Durch eine regelmäßige Ballaststoff-Aufnahme konnte demnach das generelle Risiko für Brustkrebs um 16 Prozent gesenkt werden, das Risiko, bereits vor der Menopause an Brustkrebs zu erkranken, wurde um 24 Prozent reduziert.

Doch könnte dieses Ergebnis nicht auch durch andere Faktoren beeinflusst werden? Einige mögen sich jetzt vielleicht denken: Ist ja klar, wer viele Ballaststoffe aufnimmt, isst meist viel Obst und Gemüse, hat daher eventuell auch kein Übergewicht und lebt vielleicht gesünder, raucht nicht und trinkt wenig Alkohol. Auch dies wurde von den Wissenschaftlern in Betracht gezogen und die Daten anhand dieser Faktoren bereinigt.

Täglich Obst und Gemüse in den Ernährungsplan einbauen

Ebenfalls genauer untersucht wurde die Herkunft der verzehrten Ballaststoffe. Ergebnis: Der größte Vorteil zeigte sich bei einem vermehrten Verzehr von Obst- und Gemüse-Fasern. Pro 10 Gramm Ballaststoffe täglich, könnte das Brustkrebsrisiko im Erwachsenenalter um ca. 13 Prozent gesenkt werden.

10 Gramm, ein Wert, der gar nicht so schwer zu erreichen ist. Ein großer Apfel, zwei Scheiben Vollkornbrot oder eine Portion Vollkorn-Nudel reichen schon aus.

Verschiedene Schutzmechanismen könnten den Vorteil bringen

Für die Erklärung warum Ballaststoffe das Krebsrisiko senken könnten, haben die Wissenschaftler mehrere Ansätze: Zum einen verbessern die Faserstoffe die Insulinempfindlichkeit und verringern gleichzeitig die Anzahl der insulin-ähnlichen Wachstumsfaktoren im Blut. Zusätzlich zeigt sich nach einer ballaststoffreichen Mahlzeit ein geringerer Östrogenspiegel im Blut. Alles Faktoren, die in Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs stehen.

Fazit

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Bohnen und Vollkornprodukten (im Teenager- und jungen Erwachsenenalter) das Brustkrebs-Risiko senken könnte. Dies ist ganz klar im Einklang mit der „5-am Tag“-Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Also nichts wie ran an das knackige Gemüse und die frischen Früchtchen!

Quellen: